Aufbau einer Schallhaube für eine Kälteanlage mit dem Kältemittel R290 auf einem Flachdach

Aufbau einer Schallhaube für eine Kälteanlage mit dem Kältemittel R290 auf einem Flachdach. Die Anlage benötigt bei Volllast ein Luftvolumen von 50.000 m³/h. Während der Montage herrschten auf dem Dach Umgebungstemperaturen von rund 39 °C.
Bei einem Zwischenbesuch auf der Baustelle fragte der Auftraggeber, ob die vorgesehenen freien Flächen für Lufteintritt und Luftaustritt auch bei diesen hohen Temperaturen für das erforderliche Luftvolumen ausreichend dimensioniert sind.
Die Antwort
Hohe Lufttemperaturen reduzieren die effektiv nutzbare freie Lüftungsfläche. Der Grund dafür ist die geringere Luftdichte: Dadurch werden die Druckdifferenzen kleiner, und der Volumenstrom pro Öffnungsfläche nimmt ab.
Aus der Luftdichteänderung zwischen 20 °C und 35 °C ergibt sich eine Reduktion des Volumenstroms pro Öffnungsfläche von rund 5 %. Um diesen Effekt sowie zusätzliche konvektive Einflüsse bei feuchtwarmer Sommerluft abzudecken, dimensionieren wir die freie Lüftungsfläche bei Kälteanlagen mit einem Zuschlag von 7 % gegenüber der Auslegung bei 20 °C.
Auslegung der freien Lüftungsfläche
- Erforderlicher Volumenstrom bei Volllast: 50.000 m³/h
- Angenommene mittlere Strömungsgeschwindigkeit: 5 m/s
- Referenzbedingungen: 20 °C und 1013 hPa
- Erforderliche freie Öffnungsfläche bei Referenzbedingungen: ca. 2,8 m²
- Zuschlag für höhere Außenlufttemperaturen: 7 %
- Resultierende Auslegungsfläche: ca. 3,0 m²
Dieser Zuschlag berücksichtigt die reduzierte Luftdichte bei hohen Außentemperaturen und beugt Hochdruckstörungen im Kältekreis vor.
Planungshinweis
Die Lüftungsführung ist direkt ins Freie zu planen. Zusätzliche Anforderungen aus EN 378 sowie aus den jeweiligen nationalen Richtlinien für brennbare Kältemittel sind separat zu berücksichtigen – zum Beispiel Anforderungen an die Notentlüftung bei Leckage und an den Mindestluftwechsel im Maschinenraum.
Zuerst erschienen auf silent-mode.com
