Haupt-Lärmquellen bei luftgekühlten Wärmepumpen und Kälteanlagen

Bei luftgekühlten Wärmepumpen und Kaltwassersätzen gibt es fünf Hauptquellen. Sie unterscheiden sich vor allem im Frequenzbereich, und der entscheidet, welche Schallschutzmaßnahme wirkt.
1. Ventilatoren – meist die lauteste Quelle
Die Axialventilatoren erzeugen einen tonalen Drehklang bei etwa 50–150 Hz und breitbandiges Strömungsrauschen von 125 bis 2000 Hz. A-bewertet dominieren sie zwischen 250 und 1000 Hz. Weil sie offen nach oben abstrahlen und große Luftmengen fördern, bestimmen sie in der Regel den Gesamtpegel. Wirksam sind Schalldämpferkulissen im Luftweg und absorbierend ausgekleidete Hauben, wobei der Druckverlust im Blick bleiben muss.
2. Verdichterverbund – tieffrequent und mittelfrequent zugleich
Scrollverdichter im Tandem- oder Trio-Verbund erzeugen die Drehfrequenz um 50 Hz mit Harmonischen bis etwa 250 Hz, dazu mechanische Geräusche und Gaspulsation zwischen 500 und 4000 Hz. Bei drehzahlgeregelten Verdichtern wandert der tieffrequente Anteil mit der Drehzahl. Die tiefen Frequenzen brauchen Masse und Dichtheit der Einhausung, die mittleren und hohen werden gut von Absorbern erfasst.
3. Kältemittelkreis – hochfrequent, aber auffällig
Entspannungs- und Strömungsgeräusche am Expansionsventil liegen bei 500–8000 Hz. Sie tragen zum Gesamtpegel wenig bei, werden aber als Zischen deutlich wahrgenommen. Poröse Absorber dämpfen diesen Bereich sehr effektiv.
4. Pumpen und Ventile – oft unterschätzt
Die Schaufelfrequenz der Pumpen liegt je nach Drehzahl und Schaufelzahl bei 100–350 Hz. Ventile und Kavitation erzeugen Geräusche im kHz-Bereich. Kritisch ist vor allem die Übertragung über die Rohrleitungen. Kompensatoren und eine entkoppelte Rohrführung sind hier wichtiger als die Einhausung selbst.
5. Körperschall – Übertragungsweg statt Quelle
Unzureichend entkoppelte Aufstellung überträgt die Schwingungen von Verdichtern und Ventilatoren ins Dach oder Bauwerk, kritisch bei 25–250 Hz und relevant bis etwa 500 Hz. Das lässt sich mit keiner Haube beheben. Nötig sind korrekt ausgelegte Schwingungsdämpfer, deren Eigenfrequenz deutlich unter der Erregerfrequenz liegt, sowie elastische Anschlüsse.
Fazit
Der A-bewertete Pegel wird meist von Ventilatoren und Verdichtern im Bereich 250–2000 Hz bestimmt, genau dort, wo Absorber wie HSA3 und Kulissen am besten wirken. Der tieffrequente Rest unter 250 Hz lässt sich nur über Masse, Dichtheit und saubere Schwingungsentkopplung beherrschen. Eine wirksame Lösung kombiniert deshalb immer beide Ansätze.
Zuerst erschienen auf silent-mode.com
