Technik im Detail
Für Planer und Anlagenbauer: wie wir Akustik, Strömung und Bauweise auslegen – und warum die Luftführung über die Wirkung einer Haube entscheidet.
HSA3 statt klassischer Absorber
Standard in unseren Hauben ist HSA3, das von der ABSORA GmbH (Berlin) entwickelte und patentierte Meta-Akustik-Metall. Viele kleine, periodisch angeordnete Kammern und Resonatoren dämpfen gezielt die Frequenzen, in denen Verdichter und Ventilatoren die Nachbarschaft belasten.
Technische Planung und akustische Auslegung liegen bei Silent Engineering, Fertigung und Montage übernehmen wir in unserer Allianz mit ABSORA – Auslegung und Ausführung aus einer Hand, ohne Schnittstellenverluste zwischen Berechnung und Umsetzung.
Alternative Innenverkleidung: Stratocell® Whisper® 50 mm FR (PE-Schaum, breitbandig, feuchtebeständig, schwer entflammbar). Prüfbericht und technische Unterlagen zu HSA3 auf Anfrage: info@forcotech.com
So wirkt HSA3 – einfach erklärt


Ein Baukasten – vom Bauteil bis zur Haube
Kompressor-Panel
Deckt den Verdichterraum ab und senkt das typische tieffrequente Dröhnen.
Ventilator-Zylinder
Kit gegen den tonalen Ventilatorton (Blattfrequenz = Schaufelzahl × Drehzahl).
Trennwand
Entkoppelt benachbarte Geräte akustisch und strömungstechnisch.
Komplette Einhausung
Für BESS, Großwärmepumpen, Rückkühler, Kaltwassersätze und VRF/VRV-Kombinationen.
So wirkt es am besten
- Rahmen luftdicht ausführen – entscheidend für tiefe Frequenzen
- Möglichst nah an der Schallquelle platzieren
- Leitblech mit 50–90° Umlenkung oder Schallkegel gegen Pulsation (ca. 3–7 dB(A))
Das vermeiden wir
- Spalten und Vibrationen – sie kosten Wirkung und Druck
- Klebeband statt Dichtmasse
- Front- und Rückwand parallel zur Strömung
Fragen zu HSA3
Warum wirkt HSA3 ganz ohne Mineralwolle?
Die mikroperforierte Deckschicht bildet mit den Kammern dahinter viele kleine Resonatoren (Helmholtz-Prinzip). In den feinen Löchern reibt die Luft, die Schallenergie wird zu Wärme. Zwischen Vorder- und Rückkammer entsteht gezielt ein Unterschied in Phase und Schalldruck – dieser Impedanzsprung erzeugt die Absorption. Den Rest verteilt der mehrlagige Kern, bevor er die Trägerplatte erreicht. Es gibt keine Fasern, die sich mit Feuchtigkeit vollsaugen oder ausrieseln.
Warum ist HSA3 bei tiefen Tönen besser als klassische Dämmung?
Poröse Absorber brauchen für tiefe Frequenzen viel Dicke und Masse – und erreichen den Körperschall von Gehäusen kaum. HSA3 wirkt über seine Geometrie: Lokal resonante Strukturen dämpfen gezielt den Bereich, in dem Verdichter, Ventilatoren und Pumpen dröhnen. Ergebnis: schlankere, leichtere Einhausungen mit weniger Druckverlust und damit mehr Anlagenleistung.
Ist HSA3 für BESS-Anlagen und den Außenbereich geeignet?
Ja. HSA3 ist nicht brennbar (Klasse A1 nach EN 13501-1, die höchste Klassifizierung) – besonders wichtig an Batteriespeichern. Das Metall ist witterungsbeständig und für den Dauereinsatz im Freien ausgelegt, wo Chiller und Wärmepumpen meist stehen.
Muss es immer eine komplette Schallhaube sein?
Nein. Weil HSA3 modular ist, lassen sich auch einzelne Lärmquellen gezielt behandeln: der Verdichter, der tonale Ventilatorton (Blattfrequenz) oder das Pfeifen von Wechselrichtern. Die Module sitzen nah an der Quelle, sind einzeln entnehmbar und sparen Platz und Material gegenüber einer Vollverkleidung – ideal zur Nachrüstung im Bestand.
Wie ist die Tragkonstruktion aufgebaut?
Aus eloxierten Aluminium-Industrieprofilen 45 × 45 mm mit T-Nut, verbunden über genormte Eckwinkel und Nutensteine – verschraubt statt geschweißt. Jedes Teil ist ab Lager verfügbar, daher kurze Lieferzeiten statt Einzelanfertigung, ohne Lackierstraße und Schweißnahtprüfung. Die Bauweise ist bewährt für freitragende Rahmen über 12 m und entstand 2015 mit den Marken Silent-Mode und ForCoTech.
Warum ist Luftdichtigkeit so wichtig?
Tiefe Frequenzen finden jeden Spalt. Deshalb führen wir Rahmen mit Dichtmasse statt Klebeband aus und vermeiden Vibrationen. Was im Prototyp aufwendig ist, wird in der Serienfertigung reproduzierbar – und damit Standard auch bei unseren Maßanfertigungen.
Wie läuft ein HSA3-Projekt ab und wie wird die Wirkung nachgewiesen?
Aus einer Hand: akustische Planung von der Erstberatung bis zum Detail, passgenaue Fertigung der HSA3-Komponenten, Baustellenlogistik und Montage durch regionale, qualitätsgesicherte Teams – und zum Schluss eine Differenzmessung vor Ort (in situ), die die Wirkung belegt.
Abbildungen: schematische Darstellungen.
Wohin der Schall geht, entscheidet die Luftführung
Bei luftgekühlten Anlagen wird oft nur über dB(A) gesprochen – nicht darüber, wie das Gerät ansaugt und ausbläst. Genau das bestimmt aber, wohin der Schall geht und wo eine Maßnahme überhaupt wirkt.
Vertikal ausblasend
Ventilatorschall nach oben, Verdichter seitlich. Kritisch für obere Geschosse und höhere Nachbargebäude.
Tischbauweise
Luft von unten. Ein Teil des Schalls wird an der Dachfläche reflektiert und tritt seitlich aus.
Tischbauweise umgekehrt
Ausblasen nach unten: Der Schall breitet sich flach in alle Richtungen aus – mit Risiko eines Luftkurzschlusses.
Horizontal ausblasend
Luft und Schall frontal. Vor einer Wand oder in einer Ecke kommen bis zu 6 dB hinzu.
Kanalgebunden
Nach außen wirken nur die Öffnungen – hier sind Kanalschalldämpfer am effizientesten.
RLT mit WRG
Fortluft und Außenluft strahlen beide ab und müssen gegen Kurzschluss getrennt werden.
Für alle gilt: Jede Kulisse kostet Druck. Steigt der Druckverlust, dreht der Ventilator höher – und der Pegel steigt wieder. Deshalb legen wir Akustik und Strömung immer gemeinsam aus.
Technik und Auslegung
Eine Schallhaube darf die Anlage nicht ersticken. Deshalb legen wir Akustik und Luftführung gemeinsam aus und prüfen beides, bevor gefertigt wird.
- CFD-Simulation der Luftführung und des Druckverlusts – keine Strömungsgeräusche, kein Luftkurzschluss durch getrennte Zu- und Abluftkammern
- Akustikberechnung nach TA Lärm mit Schallleistung, Abstand und Gebietsart
- BIM-Modell für die Abstimmung mit Planern und Bauleitung
- Statik und Windlast nach DIN EN 1991-1-4, auch für Dachaufstellung
- Wartungsfreundlich: Türen und abnehmbare Paneele für Service und Austausch
Zielwerte vor der Detailkonstruktion
- Luftgeschwindigkeit in den freien Öffnungen idealerweise 5–7 m/s
- Schallminderung am Immissionsort z. B. 10–15 dB(A), entscheidend für den Nachtbetrieb
- Leistungseinbuße der Anlage durch die Haube max. 3–5 %
Beispiel: 100.000 m³/h bei 5 m/s erfordern rund 5,6 m² freie Fläche – auf der Zu- und auf der Abluftseite.
Bauweise
Robust, modular und auch nachträglich anpassbar.
- Tragwerk aus eloxierten Aluminium-Profilen
- Pulverbeschichtete Paneele in RAL-Farbe nach Wahl
- Innenverkleidung aus HSA3 (Absora-Technologie), nicht brennbar A1, mit Resonanzhohlraum
- Verschraubt statt geschweißt – rückbaubar, wiederverwendbar und jederzeit erweiterbar (Türen, Wartungsstege, Sensoren)
- Leichte Module: Transport auch übers Treppenhaus aufs Dach, ohne Kran – ideal für die Nachrüstung
- Röhrenschalldämpfer im Dach für den Luftaustritt nach oben
- Ohne Boden und berührungsfrei um die Anlage gebaut – so wird Körperschall nicht auf die Haube übertragen
Schallschutz für Anlagen mit brennbaren Kältemitteln (R290)
Eine Schallhaube um eine R290-Anlage ist machbar – aber nur mit schriftlicher Freigabe des Geräteherstellers und einer Bauweise, in der ausgetretenes Propan frei nach unten abfließen kann. Der BWP-Leitfaden sieht eine nachträgliche Einhausung grundsätzlich kritisch; vertretbar ist sie nur, wenn der Hersteller die konkrete Lösung bestätigt und das Aufstell- und Sicherheitskonzept fortgeschrieben wird.
Unsere Standardbauweise – berührungsfrei, ohne Boden, Innenverkleidung HSA3 in A1 – erfüllt die konstruktive Grundforderung bereits. Projektbezogen kommen Herstellerfreigabe, Zonenfestlegung und der Nachweis der Öffnungen hinzu.
Kein Boden, keine Senke
Propan ist rund 1,5-mal schwerer als Luft und fließt wie Wasser. Die Haube bleibt unten offen, ohne Schwellen und Vertiefungen.
Keine Zündquellen
Keine Leuchten, Steckdosen, Schalter oder Antriebe in der Haube – außer in Ex-Ausführung für die festgelegte Zone.
Unverschließbare Öffnungen
Lüftungs- und Entlastungsöffnungen wirken auch bei Sturm, Schnee und stehenden Ventilatoren.
Sturm- und Entlastungsöffnungen
- Bodenspalt: umlaufend frei, Mindesthöhe in Abstimmung mit dem Hersteller; Gefälle nach außen, nie Richtung Lichtschacht, Gully oder Dachablauf. Auf Flachdächern darf die Attika den Abfluss nicht stauen.
- Querlüftung: Öffnungen auf mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten, keine motorischen Klappen – falls akustisch nötig, nur stromlos offen und winddrucksicher. Eine Ventilator-Spülung des Herstellers darf die Haube nicht behindern.
- Druckentlastung: liegt eine Ex-Zone in der Haube, Entlastungsflächen nach DIN EN 14994 – der offene Dach-Luftaustritt ist die natürliche Entlastungsfläche.
Warum eine geschlossene Hülle gefährlich ist
Propan ist ungiftig, aber extrem entzündbar und schwerer als Luft. Beispiel: Eine Doppelhaube mit 12 × 4,2 × 3,9 m (ca. 197 m³) erreicht gleichmäßig verteilt schon mit etwa 7,5 kg Propan die untere Explosionsgrenze – am Boden geschichtet lokal deutlich früher. Großwärmepumpen enthalten ein Vielfaches davon.
Zielkonflikt mit der Akustik
Jede Bodenöffnung ist eine Schallbrücke. Unsere Lösung: eine umlaufende Schallschürze mit Abstand oder ein flaches Labyrinth mit HSA3-Auskleidung – immer mit Gefälle nach außen. Luftführung und Gasabfluss prüfen wir per CFD.
Checkliste für Planung, Ausführung und Betrieb
Planung
- Schriftliche Freigabe des Geräteherstellers für die Einhausung
- Schutzbereich und Füllmenge aus der Herstellerdokumentation
- Zoneneinteilung durch Betreiber bzw. Sachverständigen (Explosionsschutzdokument)
- Schutzbereich reicht nicht auf Nachbargrundstücke, Wege, Parkplätze oder Gebäudeöffnungen
- Kein Lichtschacht, Gully oder Dachablauf im Abflussweg
- Bodenöffnungen auf mindestens zwei Seiten, Querschnitt mit Hersteller abgestimmt
- CFD-Nachweis für Luftführung, Windeinfluss und Gasabfluss
- Entlastungsflächen nach DIN EN 14994, falls eine Zone in der Haube liegt
Ausführung
- Haube ohne Boden, berührungsfrei zum Gerät
- Keine Sockel, Schwellen oder Wannen; Gefälle nach außen
- Elektrische Betriebsmittel nur in Ex-Ausführung für die Zone
- Haubenrahmen im Potentialausgleich (Abstimmung mit der Elektroplanung)
- Keine Klappen in Sturmöffnungen oder nur stromlos offen und winddrucksicher
- Innenverkleidung A1 (HSA3), Absorber mindestens B1
- Kennzeichnung: brennbares Kältemittel, keine Zündquellen
Betrieb und Wartung
- Boden- und Sturmöffnungen bei jeder Wartung auf Laub, Schnee und Gegenstände prüfen
- Keine Lagerung in oder an der Haube
- Arbeiten am Kältekreis nur mit Gaswarngerät und funkenfreiem Werkzeug
Projekt anfragen
Schicken Sie uns Gerätetyp, Anzahl und Aufstellort – oder holen Sie sich direkt einen Richtpreis im Konfigurator.
ForCoTech · Silent-Mode
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